Wie man Wechselstrom-Ladegeräte der nächsten Generation nach europäischem Standard für Elektrofahrzeuge entwickelt: Konformität mit ISO 15118-20 und V2G

3/7/2026

Da die Delegierte Verordnung (EU) 2025/656 der EU einen klaren technischen Fahrplan und eine verbindliche Frist im Jahr 2027 festlegt, ist die Entwicklung intelligenter AC-Ladestationen, die der Norm EN ISO 15118-20:2022 entsprechen, nun der einzige Weg zum europäischen Markt.

Die herkömmliche PWM-Kommunikation wird zugunsten der GreenPHY Power Line Communication (PLC) schrittweise ersetzt. Diese bietet obligatorische Plug-and-Charge- (PnC) und Vehicle-to-Grid-Funktionen (V2G).

1. Hardware-Grundlagen: GreenPHY-Kommunikations- und Core-Boards

Zuverlässige Hardware ist die Basis jeder konformen Ladelösung. Der Einsatz leistungsstarker Core-Boards (wie z. B. MYC-YF13X) mit integrierten GreenPHY-PLC-Chips (z. B. MSE102x) ist unerlässlich. Entwickler können je nach Produktstruktur zwischen zwei bewährten Hardware-Schnittstellen wählen:
  • RMII-Schnittstelle: Direkte Verbindung über den ETH1-Controller für die Kommunikation auf der MAC-Schicht, ideal für hohe Netzwerkstabilität.
  • SPI-Schnittstelle: Eine flexible Option für Layouts mit begrenztem Platzangebot. Sie bietet zuverlässige Treiberunterstützung durch optimierte Taktraten und Interrupt-Pin-Definitionen.

2. Kernprotokolle: ISO 15118-20 und intelligentes Laden. Sobald die GreenPHY-Kommunikation hergestellt ist, verlagert sich der Fokus auf den Software-Protokollstapel:

  • Plug and Charge (PnC): Diese Funktion basiert auf TLS-Zertifikaten und Secure Elements (SE). Moderne Hardwareplattformen unterstützen sicheren Speicher und Hardware-Sicherheitsmodule (HSM), um den gesamten Prozess – vom Anschließen über die Authentifizierung bis zur Abrechnung – zu automatisieren.
  • V2G-Entwicklung: Bidirektionaler Energiefluss (V2G) ermöglicht es Ladegeräten, Netzbefehle zum Laden und Entladen auszuführen. Eine stabile SPS-Treiberschicht ermöglicht es Entwicklern, sich auf übergeordnete Planungsstrategien und Mehrwertdienste wie die Frequenzregelung zu konzentrieren.

Vergleichsdimension
Traditioneller Eigenentwicklungspfad
Integrierte Nexway-Gesamtlösung
Hardware-Plattform
Erfordert die eigenständige Auswahl von Prozessoren, das Design von Trägerplatinen sowie das Debugging von Peripherietreibern. Dies führt zu langen Entwicklungszyklen und hohen technischen Risiken.
Bietet ausgereifte Core-Boards in Industriequalität und SECC-Hardware-Referenzdesigns. Die Stabilität der Lösung ist bereits umfassend verifiziert.
GreenPHY-Kommunikation
Entwickler müssen Chips selbst auswählen und Low-Level-Treiber schreiben, um Hardwareprobleme wie die Signalintegrität zu lösen.
Bietet zwei ausgereifte Schnittstellenlösungen (RMII/SPI) für MSE102x-Chips inklusive vollständiger Treiberkonfigurationen. Dies ermöglicht eine sofortige Kommunikationsbereitschaft.
Protokollstack-Basis
Erfordert die aufwendige Suche und Portierung von ISO 15118-Protokollstacks sowie die Integration von OCPP-Clients. Der Arbeitsaufwand ist hoch und die Tests sind komplex.
Bietet verifizierte GreenPHY-Treiber und bereits portierte MicroOcpp-Clients. Inklusive einer vollständigen Anleitung von der Kompilierung bis zur Serveranbindung.
Entwicklungsschwerpunkt
Ein Großteil der Ressourcen und Zeit wird für das fehleranfällige Debugging der Basishardware und der Kommunikation aufgewendet.
Ermöglicht es Ingenieuren, sich auf die Produktdifferenzierung und Anwendungsebene zu konzentrieren, wie z. B. individuelle Benutzeroberflächen, Abrechnungsstrategien oder V2G-Algorithmen.
Compliance-Pfad (Konformität)
Alle technischen Risiken liegen beim Unternehmen, wodurch die Zertifizierungszeiträume unvorhersehbar und schwer kalkulierbar sind.
Kernmodule und Kommunikationslösungen entsprechen strikt den europäischen Normen. Dies bietet eine klare und zuverlässige Basis für die abschließende Konformitätsprüfung und Zertifizierung.

3. Nahtlose Konnektivität: Leichtgewichtige OCPP-Integration. Die Anbindung an ein Charge Point Management System (CPMS) ist obligatorisch. Leichtgewichtige Protokollstapel wie MicroOcpp (optimiert für Embedded Linux) eignen sich ideal für diese Aufgabe.

  • Protokollvorteile: Diese Stapel unterstützen OCPP 1.6 und sind mit 2.0.1 kompatibel, was einen geringen Ressourcenverbrauch und eine modulare Kompilierung gewährleistet.
  • V2G-Entwicklung: Bidirektionaler Energiefluss (V2G) ermöglicht es Ladegeräten, Netzbefehle zum Laden und Entladen auszuführen. Bereitstellung & Validierung: Durch die Verwendung von Docker zur Bereitstellung von Open-Source-Servern (wie SteVe) können Entwickler die gesamte Kommunikationsverbindung schnell überprüfen – vom GPIO-Status der Hardware bis hin zu cloudbasierten Berichten.

Fazit: Regulatorische Herausforderungen in Wettbewerbsvorteile verwandeln

Der Wert einer integrierten Lösung aus Hardware, Treibern und Protokollstack liegt darin, die Unsicherheit neuer EU-Vorschriften in umsetzbare Aufgaben zu überführen.

Durch die Vereinfachung der Hardwareauswahl und des Low-Level-Debuggings können sich Entwicklungsteams auf die Produktdifferenzierung konzentrieren – beispielsweise auf die Optimierung von Benutzeroberflächen, die Entwicklung einzigartiger V2G-Algorithmen oder die Erstellung eigener Betriebsstrategien. Die Herausforderung des Marktzugangs bis 2027 zu meistern, bedeutet nicht nur die Einhaltung von Vorschriften, sondern den Aufbau von Kernkompetenzen in einem sich schnell entwickelnden Markt.

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