Für Anbieter wie NexwayEV ist das Verständnis der neuesten internationalen Standards unerlässlich, um konforme, zuverlässige und weltweit wettbewerbsfähige Ladelösungen für Elektrofahrzeuge bereitzustellen.
In diesem Artikel analysieren wir den neuesten Standard IEC 61851-23:2023 und konzentrieren uns dabei darauf, wie dieser die Anforderungen an Design, Sicherheit und Konfiguration von DC-Ladesteckern und -kabeln neu gestaltet.
1. Temperaturregelung: Ein entscheidender Sicherheitsfaktor beim Hochleistungsladen
Mit höheren Ladeströmen geht eine erhöhte Wärmeentwicklung einher. Die Beherrschung des Temperaturanstiegs bei Ladesteckern und -kabeln ist zu einer zentralen Herausforderung geworden – insbesondere in heißen Klimazonen oder bei intensiven Nutzungsszenarien.
Klare Definition von „greifbaren Teilen"
Der neue Standard definiert:
als greifbare Komponenten; dies bedeutet, dass Benutzer diese während des Betriebs direkt berühren dürfen.
Dies beseitigt Unklarheiten früherer Standards und legt den Herstellern eine strengere Verantwortung für die Gewährleistung der Benutzersicherheit auf.
Temperaturgrenzwerte (bei 40 °C Umgebungstemperatur)
Unter Standardbedingungen gelten:
- Metallteile: ≤ 50 °C
- Nichtmetallische Teile: ≤ 60 °C
Werden jedoch Sicherheitsmaßnahmen ergriffen (wie z. B. Warnhinweise oder zusätzliche Griffe), können die Grenzwerte erweitert werden auf:
- Metallteile: ≤ 60 °C
- Nichtmetallische Teile: ≤ 85 °C
Dies bietet Flexibilität beim Design, erfordert jedoch gleichzeitig eine verbesserte Sicherheitskommunikation sowie ergonomische Überlegungen.
Risiko der Zertifizierungsinkongruenz
Ein häufiges Problem in der Branche:
- Zertifizierung der Ladestation: -30 °C bis 50 °C
- Zertifizierung einiger Kabel (IEC 62196): -30 °C bis 40 °C
Diese Diskrepanz kann dazu führen, dass:
- Komponenten die realen Betriebsbedingungen nicht erfüllen.
Für global agierende Anbieter ist die Sicherstellung aufeinander abgestimmter Zertifizierungsstandards von entscheidender Bedeutung für die Zuverlässigkeit ihrer Projekte.
2. Multi-Connector-Ladesysteme: Nicht alle Kombinationen sind zulässig
Verschiedene Regionen verwenden unterschiedliche DC-Ladestandards, darunter:
- CHAdeMO (Japan)
- GB/T (China)
- CCS1 (Nordamerika)
- CCS2 (Europa)
- NACS (North American Charging Standard; federführend von Tesla entwickelt, als SAE J3400 standardisiert)
IEC-Beschränkungen für Steckerkombinationen
Gemäß IEC 61851-23:2023 (Anhang FF) werden Ladesysteme nach ihrer Konfiguration der Leistungselektronik (PEC) kategorisiert:
- Einzel-PEC (kein gleichzeitiges Laden)
- Mehrfach-PEC (gleichzeitiges Laden mehrerer Fahrzeuge)
Es sind jedoch nur fünf Steckerkombinationen zulässig:
- A + A
- B + B
- C + C
- A + B
- A + C
Nicht zulässig:
B + C
A + B + C
Warum sind manche Kombinationen eingeschränkt?
Aus Sicht der Industrie:
Marktsegmentierung
- GB/T (System B): China und Teile Asiens
- CCS (System C): Europa und Nordamerika
- → Geringe tatsächliche Nachfrage nach B + C-Kombinationen
Technische und regulatorische Hürden
- → Hilft dabei, die Systemkompatibilität und die Integrität der Standards zu wahren
Dennoch könnten sich künftige Überarbeitungen der Standards weiterentwickeln, je stärker globale Ladenetzwerke miteinander vernetzt werden.
3. Häufig übersehene Designanforderungen
Neben der elektrischen Leistungsfähigkeit legen die IEC-Standards auch großen Wert auf Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit.
Montagehöhe des Ladesteckers
Standardanforderung:
Darüber hinaus setzen viele Regionen Vorschriften zur Barrierefreiheit durch, wie zum Beispiel:
- EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit (2019/882)
- Nationale Standards (UK, Deutschland, USA usw.)
Diese Vorschriften gewährleisten:
- Einfache Bedienung für alle Nutzer, einschließlich Menschen mit Behinderungen
- Korrekte Positionierung von Steckern, Bildschirmen und Bezahlsystemen
Bei internationalen Projekten ist die Einhaltung der lokalen Vorschriften unerlässlich. Kabellänge und Kabelführung
Anforderung:
- Wenn die Kabellänge 7,5 Meter überschreitet:
- → Ein Kabelführungssystem ist zwingend erforderlich.
Zweck:
- Vermeidung von Stolperfallen
- Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit
- Gewährleistung einer sauberen und geordneten Ladeumgebung
Branchenpraxis:
Die meisten Hersteller begrenzen die Kabellänge auf ≤ 7,5 m, um das Design zu vereinfachen.
4. Branchentrend: Von der Leistung zur Nutzererfahrung
Die neuesten Standards spiegeln einen umfassenderen Wandel in der Branche für das Laden von Elektrofahrzeugen wider:
Traditioneller Fokus
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Neuer Fokus
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Ladegeschwindigkeit
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Nutzersicherheit
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Zuverlässigkeit der Ausrüstung
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Ergonomie
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Technische Spezifikationen
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Nutzererfahrung
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Wichtige Prioritäten:
- Sicherer (Temperaturregelung)
- Benutzerfreundlicher (Höhe & Handhabung)
- Stärker standardisiert (Systemdesign)
5. Die Perspektive von NexwayEV: Ermöglichung globaler Ladelösungen für Elektrofahrzeuge
- Fundiertes Verständnis der Standards IEC, SAE und GB
- Fähigkeit zur Anpassung an regionale Konformitätsanforderungen
- Technische Entwicklung, die sowohl Leistung als auch Sicherheit berücksichtigt
- Steigerung der Nutzererfahrung durch durchdachtes Design
Fazit
Mit der weltweit zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen entwickelt sich die Ladeinfrastruktur von reiner Basisfunktionalität hin zu einem hochwertigen, nutzerzentrierten Design.
DC-Ladeanschlüsse und -kabel sind nicht mehr bloße Komponenten – sie sind entscheidende Schnittstellen zwischen den Nutzern und den Energiesystemen.
Unternehmen, die bei der Einhaltung von Standards, beim Produktdesign und bei der globalen Anpassungsfähigkeit eine Vorreiterrolle einnehmen, werden am besten positioniert sein, um auf dem rasant wachsenden Markt für das Laden von Elektrofahrzeugen erfolgreich zu sein.